eMail an Uni Mainz und Uni Leipzig

image_pdfimage_print

Gesendet: Samstag, 14. April 2018 19:47
An: keichler@uni-mainz.de
Cc: peter.fischer@uni-leipzig.de
Betreff: Ihr Vortrag am 24. Apr 2018 in Leipzig
Anlagen: Grundeinheiten ökonomischer Größen.pdf

Sehr geehrter Herr Prof. Eichler,

Die marxistische Werttheorie verstößt gegen grundlegende Prinzipien der Naturwissenschaften (insbesondere der Physik). Die Gleichsetzung von Warenmenge und Geldmenge (W = G oder 1 Haus = 5 Polster) verstößt gegen das Prinzip der Ungleichheit realer Mengen. Die Gleichsetzung von Geldmenge und Warenwert (1 Haus sind 5 Polster wert) verstößt gegen die kategorische Trennung von reale Mengen und deren Eigenschaften. Die Bestimmung des Warenwertes über eine Geldmenge (1 Brot ist 2,50 Euro wert und 2,50 Euro sind 2,50 €) verstößt gleichzeitig gegen beide Prinzipien. Etwas Schlimmeres als Verstöße gegen naturwissenschaftlich anerkannte Prinzipien kann es eigentlich nicht geben!

Reale Mengen haben Eigenschaften, Eigenschaften werden durch Größen ausgedrückt. Der Wert einer Waren- oder Geldmenge ist demzufolge eine Größe. Der Wert einer Größe ist dagegen das Vielfache der vergleichbaren Eigenschaft einer anderen realen Menge. Eine Größe ist aber niemals das Gleiche wie die Menge selber. Die Masse eines Apfels ist niemals das Gleiche wie der Apfel selber? Sie ist das Vielfache der Masse einer anderen realen Menge. Bei den physikalischen Größen sind sich so ziemlich alle einig, daß Größe und Menge etwas Verschiedenes sind. Warum wird dieses universelle Prinzip (die kategorische Trennung von Menge und Eigenschaft) nicht beim Wert von Waren und Geld angewendet? Reichtum ist ebenfalls nur eine Eigenschaft und keine reale Menge! Da erhebt sich die Frage: Ist die Eigenschaft Reichtum mit der Eigenschaft / Größe Geldwert vergleichbar? Die nächste Frage wäre: Wie können wir Reichtum definieren, wenn es keine Geldmenge ist / sein kann?

In der heutigen Geldtheorie werden Geld und Wert einfach als ein- und dasselbe aufgefaßt. Geld muß aber eine reale Menge sein, weil man nur reale Mengen gegeneinander tauschen kann (M1 D M2 oder W D G, tauschen ist übrigens etwas anderes als Gleichheit!). Wenn Geld eine reale Menge ist (was ja auch in dem Begriff Geldmenge zum Ausdruck kommt), kann es nicht gleichzeitig der Wert sein. Geld hat einen Wert, aber es ist nicht der Wert! Bleibt die Frage: Welche Eigenschaft des Geldes steckt hinter der Größe Geldwert? Das gleiche Problem wiederholt sich bei der Bestimmung von Waren-, Immobilien- und Aktienwerten. Auch hier gilt: der Warenwert (als ökonomische Größe) ist etwas anderes als die Warenmenge selber und kann keine Geldmenge sein. Auch hier bleibt die Frage: Welche Eigenschaft der Waren, Immobilien, Aktien, …, Fabriken, Straßen, etc. pp. steckt hinter den Größen Warenwert, Aktienwert, Immobilienwert, etc. pp.?

Außerdem hat jede nationale (oder kontinentale) Volkswirtschaft ihre eigene ökonomische Werteinheit: 1 €, 1 $, 1 £, …, 1 ¥. Diese Vielzahl erinnert an das Durcheinander der früheren Längeneinheiten: 1 Fuß, 1 Elle, 1 Inch, 1 Yard, 1 Meile, …, 1 km. Da erhebt sich doch zwangsläufig die nächste Frage: Gibt es für den Wert des Geldes und den Wert der Waren eine natürliche Grundeinheit? Die Verstöße der heutigen Geld- und Werttheorie gegen naturwissenschaftlich anerkannte Prinzipien sind so gravierend, daß alle darauf aufbauenden Schlußfolgerungen überprüft werden müssen (auch die Marxschen!)

Falls Sie Interesse an einer naturwissenschaftlich konsistente Geld- und Werttheorie haben, stelle ich Ihnen die „Grundeinheiten ökonomischer Größen“ (siehe Anhang) gern zur Verfügung stellen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung und würde mich freuen, irgendwann einmal wieder etwas von Ihnen zu hören. Ich freue mich auf Ihren Vortrag in Leipzig.

Antwort

keine